BGM – Betriebliches Gesundheitsmanagement

Mit Betrieblichem Gesundheitsmanagement mehr Geld einnehmen und in der Zukunft weniger ausgeben.

BGM wirkt sich auf die Mitarbeiterzufriedenheit im Unternehmen aus.

Mehr Gesundheit, weniger Krankheitstage, eine starke Unternehmensbindung und somit Zufriedenheit im ganzen Unternehmen. Das alles kann das betriebliche Gesundheitsmanagement. BGM verankert Gesundheit im Unternehmen als betriebliches Ziel unter Verwendung von Managementstrategien (Faller, 2000). Gesundheitsförderliche Strukturen und Maßnahmen sollen im Unternehmen geschaffen und dauerhaft verbessert werden. Ziele sind: die Steigerung der Zukunftsfähigkeit der Unternehmen, die Aktivierung ungenutzter Leistungspotentiale, die Kostensenkung und Neuausrichtung des Gesundheitsschutzes (Faller, 2010).

Um die oben genannten Ziele zu erreichen soll BGM auf der einen Seite die Gesundheit im Arbeitsalltag der Mitarbeiter schützen. Auf der anderen Seite unterstützt es die Mitarbeiter, ihre Gesundheit durch ihr eigenes Gesundheitsverhalten aufrecht zu erhalten oder Gesundheitsschädigung vorzubeugen. Gesundheit ist die Grundlage für Wohlbefinden und Leistungsstärke der Mitarbeiter. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement stellt im Unternehmen ein wichtiges Element für wirtschaftliche und soziale Sicherheit dar.

Der Prozess Gesundheit zu schützen und so Krankheiten vorzubeugen wird als Prävention bezeichnet. Das betriebliche Gesundheitsmanagement verfolgt zwei Präventionsansätze: Die individuelle Anpassung der Arbeitsbedingungen an den Menschen (Verhältnisprävention). Außerdem das gesundheitsförderliche Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters (Verhaltensprävention). Ein gesundes Unternehmen hängt also von Arbeitgeber und Arbeitnehmer ab (Arbeitsschutz-Portal, 2014).

Warum aber besteht die Notwendigkeit von Gesundheit in der Arbeit?

Zu hohe Krankenstände machen ein Unternehmen ineffizient. Nur psychisch und physisch gesunde Mitarbeiter arbeiten produktiv und sind leistungsbereit. Der Verlust von Produktivität aufgrund unterdurchschnittlicher Leistungen wird als Präsentismus definiert. Grundlage für den Produktivitätsverlust ist hier die Anwesenheit der Arbeitnehmer trotz körperlicher Beschwerden oder psychischer Belastungen (Hemp, 2004). Es entstehen zusätzliche Kosten aufgrund der eingeschränkten Arbeitsleistung, zum Beispiel durch Fehleranfälligkeit, Verlängerung der Krankheitsdauer oder sogar Chronifizierung der Erkrankung. Fehlzeiten, die vor allem auf motivationale Ursachen oder planmäßiges Fernbleiben von der Arbeit, nicht aber auf tatsächlichen Krankenstand zurückzuführen sind werden als Absentismus bezeichnet (Seydewitz, 2009). Im Jahr 2009 entstanden Unternehmen Kosten pro Mitarbeiter von 2.399 Euro aufgrund von Präsentismus und 1.199 Euro aufgrund von Absentismus.

In deutschen Unternehmen fielen durch Präsentismus und Absentismus 2009 Kosten in Höhe von etwa 129 Mrd. Euro an. Das entspricht etwa 50% der gesamten Gesundheitsausgaben in Deutschland im gleichen Zeitraum (Statistisches Bundesamt, 2011). Präsentismus und Absentismus können durch effektives BGM gestoppt werden.

Wer sind die BGM-Verantwortlichen und was sind ihre Aufgaben?

Für das Gelingen des BGM ist es wichtig, dass die innerbetrieblichen Bereiche, die Einfluss auf die Arbeitsgestaltung haben, zusammengeführt werden. Hierzu kann ein Steuerungsgremium gegründet werden, mit einer für das BGM verantwortlichen Person. Das Gremium beinhaltet: Leitung/Führung, Personalrat, Arbeitsschutz, Betriebsarzt, Personalabteilung und Vertreter der Mitarbeiter. Es hat folgende Aufgaben:

  • die Handlungen des BGM steuern, d.h. planen, durchführen, kontrollieren und verbessern
  • alle Betriebsteile über das BGM informieren, von der Pforte bis zum Vorstand
  • die Möglichkeiten für Führungskräfte und Mitarbeiter schaffen, mitzubestimmen
  • sich mit anderen Bereichen und Arbeitsgruppen vernetzen

(Björn Wegner, 2009)

Was ist der Unterschied zwischen BGM und BGF?

Die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ist in das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) integriert. Genau wie der Arbeits- und Gesundheitsschutz, das berufliche Eingliederungsmanagement und das Personalmanagement. Der Ansatz des BGM geht weit über gesundheitsfördernde Einzelmaßnahmen wie gesunde Ernährung, Rückenschulen, Führungskräfteschulungen etc. hinaus. In einem modernen Ansatz des BGM werden mit Hilfe von Managementinstrumenten nachhaltige Prozesse und Strukturen zur Förderung von Gesundheit im Betrieb entwickelt (BKK, 2004).

Wie stelle ich sicher, dass das BGM wirkt?

Damit die BGM-Handlungen im Unternehmen auch wirklich etwas bewirken sollten sie in der Unternehmenspolitik gefestigt sein. Hier gibt es vier Prinzipien nach denen sich gerichtet werden sollte: Integration, Partizipation, Projektmanagement und Ganzheitlichkeit.

1. Integration: In allen wichtigen Entscheidungen und Unternehmensbereichen wird die Gesundheitsförderung berücksichtigt. Es wird systematisch und zielorientiert vorgegangen.

2. Partizipation: Im Prozess der Gesundheitsförderung werden alle Angestellten mit einbezogen.

3. Projektmanagement: Die Bedürfnisse der Mitarbeiter stehen im Vordergrund. Die Maßnahmen und Programme zur Gesundheitsförderung sind darauf angepasst und werden laufend evaluiert.

4. Ganzheitlichkeit: Arbeitsschutz, Personalmanagement, Betriebliches Eingliederungsmanagement und Betriebliche Gesundheitsförderung werden vom BGM umfasst.

(Eberhard Kiesche, 2013)

Sie brauchen Hilfe bei der Einführung eines BGM?

MEDISinn ist Ihr Spezialist zur erfolgreichen Implementierung Ihres Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Sie profitieren vom Knowhow unserer Coaches, im medizinischen und organisatorischen Bereich wie in betriebswirtschaftlichen und versicherungstechnischen Fragen. Diese vermitteln wir je nach Bedarf individuell, um Ihnen bestmöglich zu einem gesünderen Unternehmen zu verhelfen.

Die Autorin

Luisa Krüger

Seit 2019 in der MEDISinn-Redaktion tätig.
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