Wie Corporate Wellness Personalbindung schafft

Das Thema Mitarbeiter:innenbindung ist in Unternehmen so wichtig wie noch nie. Rund 40% der Angestellten seien laut aktuellen Umfragen dazu bereit, ihre Stelle zu wechseln. Gleichzeitig gaben 83% an, keine emotionale Bindung zu dem Unternehmen zu verspüren, bei dem sie angestellt sind. Unternehmen können hinsichtlich Mitarbeiter:innenbindung auf viele Arten reagieren: Wichtig dabei ist, auf die speziellen Bedürfnisse der Angestellten einzugehen und keine „Produkte von der Stange“ anzubieten.

Wie Corporate Wellness-Maßnahmen zur Zufriedenheit und Mitarbeiterbindung beitragen kann.
Corporate Wellness-Maßnahmen können nicht nur dazu beitragen, dass Mitarbeiter:innen gesünder und leistungsfähiger werden, sondern auch zufriedener mit dem Arbeitgeber. Dadurch kann Fluktuation nachhaltig verringert werden.

Eine kurze Massage am Arbeitsplatz und ein Obstkorb in der Kantine: Das verstehen wohl die meisten unter dem Begriff Corporate Wellness. Grundsätzlich bezeichnet er aber weitaus mehr. Ganz grob zusammengefasst bezeichnet Corporate Wellness all die Maßnahmen, die etwas zum Wohlgefühl der Mitarbeiter:innen eines Unternehmens beitragen. Das können oben genannte Beispiele sein, aber auch vieles mehr. Vor allem zu Zeiten von Remote-Work und Hybrid-Teams ist auch die Frage nach digitalen Möglichkeiten immer lauter geworden, Mitarbeiter:innen gesund zu halten – und auch generell zu halten. Denn die Zeichen stehen nach über zwei Jahren Corona-Pandemie auf Fluktuation. Lesen Sie hier, welche Maßnahmen Corporate Wellness beinhalten kann, was sie zur Mitarbeiter:innenbindung beitragen kann und warum es noch nie so wichtig war, darin zu investieren.

Wie 2022 zum großen Kündigungsjahr werden kann

Trifft die Kündigungswelle im Jahr 2022 Deutschland? Laut Gallup® Engagement Index 2021, einer repräsentativen Umfrage für die Arbeitnehmerschaft ab 18 Jahren, ist das realistisch. Demzufolge stieg die Bereitschaft unter Arbeitnehmer:innen zum kurzfristigen Wechsel, sprich innerhalb eines Jahres, auf 40%. Im Vergleich dazu: Im Jahr 2018 lag dieser Wert noch bei rund 22%. Knapp 40% sehen sich demnach aktuell auch nach einem neuen Job um. Eine Entscheidung, die Unternehmen letztendlich teuer zu tragen kommen kann: So sollen die volkswirtschaftlichen Kosten durch Kündigungen im Jahr 2021 zwischen 92.9 und 115.2 Milliarden Euro betragen haben.
Dabei ist vor allem ein Zusammenhang besonders auffällig: Mit rund 83% gab eine Mehrheit der Befragten an, eine geringe oder gar keine emotionale Bindung zu dem Unternehmen zu verspüren, bei dem sie angestellt ist. Eine Tatsache, die nicht unterschätzt werden sollte und gleichzeitig sowohl Problemursache als auch die Möglichkeit zu ihrer Behebung darstellen kann. So liegt die Lösung also auf der Hand: Mitarbeiter:innenbindung schaffen. Hier setzt das Prinzip der Corporate Wellness an.

Infografik Stellenwechsel
Die Zahlen sprechen für sich: Mit geringerer emotionaler Bindung ans Unternehmen, steigt auch die Bereitschaft der Mitarbeiter:innen, die derzeitige Stelle zu wechseln. Aktuell seien laut Umfragen rund 40% der Angestellten sogar auch zu einem kurzfristigen Wechsel bereit.

Wie Maßnahmen aus dem BGM Mitarbeiter:innenbindung schaffen

Zu Zeiten von New Work ist Corporate Health inzwischen mindestens genauso wichtig wie Corporate Wellness. Das heißt Unternehmensgesundheit und das allgemeine Wohlbefinden am Arbeitsplatz gehen Hand in Hand. Dass Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) schon lange nicht mehr nur reine Gesundheitscheckups, Betriebssport und Arbeitssicherheitsbegehungen sind, beweist nicht zuletzt die BGM-Trendstudie #whatsnext der Techniker Krankenkasse. Sie ruft Unternehmen dazu auf, auf die speziellen Bedürfnisse der jeweiligen Mitarbeiter:innen einzugehen und die Gesundheit im Unternehmen ganzheitlich zu stärken, von der Unternehmenskultur bis hin zur Führung.

Corporate Wellness ist besonders im digitalen Zeitalter wichtig

Zu einer gesunden Unternehmenskultur, die Mitarbeiter:innen an das Unternehmen bindet, zählt auch die Investition in ihr grundsätzliches Wohlbefinden. Vor allem in der heuten Arbeitswelt, die schnelllebig, agil und zumeist auch mobil ist, bedingt dies mehr als rein präventive Gesundheitsmaßnahmen. Als Corporate Wellness wird jegliche Form von gesundheitsfördernden Maßnahmen am Arbeitsplatz bezeichnet, die zu einem gesunden Verhalten und zu einer verbesserten körperlichen Gesundheit der Mitarbeitenden führt. Corporate Wellness heißt also nicht, einfach einen Kicker aufzustellen oder gratis Kaffee und Obstkorb anzubieten, wie man vielleicht annehmen mag. Es beschreibt einen ganzheitlichen Ansatz für ein rundum gesundes Unternehmen. Und darin muss zunächst investiert werden.

Eine gesunde Unternehmenskultur steigert die Leistung

Dass Unternehmenskultur ein wichtiger Faktor hinsichtlich Mitarbeiter:innenbindung ist, beweisen diverse Umfragen. Neben Arbeitsplatzsicherheit und attraktivem Gehalt, folgt sie nicht weit abgeschieden auf Platz drei der Kriterien, die Mitarbeiter:innen für einen Arbeitgeber entscheiden lassen. Warum diesen Faktor also nicht auch dafür nutzen, sein Team auch bei sich zu halten? Sicherheit und Wohlbefinden sind in der schnelllebigen Zeit von heute die Top-Prioritäten unter Mitarbeiter:innen, was man sich als Unternehmen zum Vorteil machen kann. Denn dadurch sinkt nicht nur die Fluktuation im eigenen Haus, sondern steigt auch die Unternehmensleistung. Dabei gehören eine Kultur, die neue Arbeitsformen wie New Work trägt sowie das Vertrauen untereinander zu den stärksten positiven Leistungsfördern.

Die Vorteile von erfolgreichem BGM in und für Unternehmen

Die Ergebnisse sprechen für sich: Mitarbeiter:innen, die an Corporate Wellness-Maßnahmen teilnehmen, sind nachweislich zufriedener, gesünder und positiver. Dabei gilt dies sowohl für Mitarbeitende in großen wie auch in mittelständischen Unternehmen. Laut Angaben von capterra profitieren Unternehmen auch wirtschaftlich. Demnach erhalten US-Unternehmen für jeden Dollar, den sie ins Wohlbefinden ihrer Belegschaft investieren, eine Rendite von 1,5–3 Dollar, und zwar bei den Gesundheitskosten und der Mitarbeiter:innenbindung. Für Deutschland dürfte es wohl ähnlich aussehen.

Corporate Wellness Ebenen
Corporate Wellness Ebenen Corporate Wellness-Maßnahmen können an vielen Stellen ansetzen, von mentalen bis hin zu ökologischen Angeboten. Wichtig dabei ist, dass die Auswahl die speziellen Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen abdeckt.

Auf welchen Ebenen Corporate Wellness helfen kann

Wichtig dabei ist aber stets, Maßnahmen zu wählen, die die Bedürfnisse der eigenen Mitarbeiter:innen decken – Angebote „von der Stange“ zahlen sich zumeist nicht so gut aus. Dabei können Unternehmen Maßnahmen aus vielerlei Ebenen wählen. Dazu zählen natürlich auch Angebote, die die körperliche und psychische Gesundheit betreffen: Körperliche Fitness, gesunde Ernährung und wohltuender Schlaf sind ebenso Faktoren, bei denen Unternehmen ihre Mitarbeiter:innen unterstützen können, wie der Umgang mit Stress. Darüber hinaus zählen aber auch soziale Faktoren, wie die Stärkung des Umgangs mit positiven Interkationen und berufliche sowie intellektuelle Weiterbildungen dazu, ebenso wie die Unterstützung bei einer gesunden Work-Life-Balance. Unternehmen können zusätzlich auch sinnstiftende Maßnahmen anbieten, die das soziale sowie ökologische Bewusstsein stärken können und gleichzeitig ihr eigenes Engagement zeigen. Nicht zuletzt zählen auch finanzielle Bildungsmaßnahmen, die Mitarbeiter:innen helfen, ihren persönlichen Kostenhaushalt besser zu regulieren, zu den möglichen Angeboten im Rahmen der Corporate Wellness.


Zu guter Letzt:

Es gibt Unternehmen, die noch einen Schritt weitergehen: Das südamerikanische Unternehmen elMejorTrato.com zum Beispiel unterstützt seine Mitarbeiter:innen bei der Schuldentilgung, da hier viele Angestellte mit finanziellen Belastungen kämpfen. Mit einem Programm zur finanziellen Unabhängigkeit, zieht es bei den betroffenen Angestellten einen zuvor abgestimmten monatlichen Betrag unverzinst vom Lohn ab. Und das Unternehmen profitiert von der Maßnahme: Seit Einführung des Programms sei die Mitarbeiter:innenbindung laut capterra von 61% auf 88% gestiegen.


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Stand des Artikels: 26.04.2022
Die Autorin

Alina Nagel

MEDISinn-Redaktion
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