Prävention von (psychischen) Erkrankungen mittels der bKV

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) sollte immer mit einem Vorsorgetarif kombiniert werden, um die Gesunderhaltung der Mitarbeiter zu fördern.

Eine besondere Bedeutung kommt der Prävention psychischer Erkrankungen zu, zumal sie mittlerweile die Hauptursache für Fehlzeiten der Mitarbeiter sind.

Was ist die betriebliche Krankenversicherung?

Die bKV (betriebliche Krankenversicherung) ist ein privater Gruppenversicherungsvertrag, den der Arbeitgeber für seine Arbeitnehmer abschließt. Der Arbeitgeber ist dabei Versicherungsnehmer, bestimmt die versicherten Tarife und bezahlt den Beitrag. Der Arbeitnehmer erhält die Leistungen. Es gibt keine Gesundheitsprüfung und keine Wartezeiten. So erhalten auch Mitarbeiter privaten Krankenversicherungsschutz, für die eine private Zusatzversicherung auf Grund körperlicher oder geistiger Gebrechen nicht mehr möglich ist. Insgesamt erhöht die bKV die Arbeitgeber-Attraktivität und erleichtert die Mitarbeiterbindung und -findung.

Der Arbeitgeber kann im Rahmen der bKV sämtliche privaten Zusatzversicherungen bis hin zur Vollversicherung wählen. Es gibt Tarife für stationäre und ambulante Heilbehandlung, für Zahnersatz, Kranken- oder Pflegetagegeld, Vorsorge u.v.m.

Was ist betriebliches Gesundheitsmanagement?

Ein umfassendes BGM (betriebliches Gesundheitsmanagement) beinhaltet die bewusste Steuerung und Integration aller betrieblichen Prozesse mit dem Ziel, die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern und zu erhalten. D.h. dass es mit der Obstschale am Eingang nicht getan ist, sondern beginnend mit den Führungskräften alle im Unternehmen beteiligten Personen hinter dem Gedanken, die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern, stehen müssen. Dazu ist es auch erforderlich, viele bestehende Prozesse zu verändern bzw. neue Prozesse zu integrieren. Die Einführung eines BGM beeinflusst somit auch die Philosophie eines Unternehmens.

Die Gesunderhaltung der Mitarbeiter

Natürlich ist es möglich bKV und BGM unabhängig voneinander zu implementieren. Allerdings stößt die Sinnhaftigkeit einer singulären bKV bei Controllern gerne auf Widerstand. Das führt häufig dazu, dass die nach langwierigen Verhandlungen abgeschlossene bKV bald wieder gekündigt wird. Wie kann das verhindert werden?

Eine 100%-ige Lösung gibt es natürlich nicht. Aus meiner Sicht muss man sich zunächst die Frage stellen, warum ein Arbeitgeber überhaupt eine bKV abschließt bzw. BGM einführt. Das macht er nur, wenn er einen Nutzen davon trägt. Der direkte Nutzen für ihn ist die Gesunderhaltung seiner Mitarbeiter, denn nur geistig und körperlich gesunde Mitarbeiter bringen sehr gute Leistungen und fallen seltener aus. Absentismus und Präsentismus reduzieren sich. Die Produktivität steigt und somit auch der Ertrag.

Die Wichtigkeit eines Vorsorgetarifs in der bKV

Gesunderhaltung bedeutet Gesundheitsvorsorge (Prävention). In den Chefetagen sind Vorsorgeuntersuchungen üblich und häufig sogar Pflicht. Da die Mitarbeiter das wertvollste Gut einer Firma sind, erscheinen Vorsorgeuntersuchungen auch hier zielführend.

Somit ist der wichtigste Tarif in der bKV der Vorsorgetarif, der dann um weitere Tarife ergänzt werden kann. Die Vorsorgeuntersuchungen werden gemäß dem Leistungsspektrum des Vorsorgetarifs zusammengestellt und von diesem erstattet. Umgekehrt kann man auch den passenden Vorsorgetarif nach den festgelegten Vorsorgeuntersuchungen auswählen.

Erfahrungsgemäß würden 80% der Mitarbeiter Vorsorgeuntersuchungen nutzen, wenn sie vom Arbeitgeber organisiert und bezahlt werden. Ein Controller wird es sich reiflich überlegen, ob er eine bKV mit einem Vorsorgetarif kündigt. Zumindest diesen wird er so weit wie möglich beibehalten.

Versicherungsmaklern kann ich daher nur empfehlen, die bKV immer um den Vorsorgetarif herum zu argumentieren. Unternehmern kann ich aus betriebswirtschaftlicher Sicht raten, zumindest einen Vorsorgetarif abzuschließen.

Die PGA von MEDISinn als kostenlose Präventionsleistung

Mittlerweile sind psychische Erkrankungen die Hauptursache für Krankschreibungen und Berufsunfähigkeit. Es wäre dringend erforderlich, Vorsorgetarife auf den Markt zu bringen, die nicht nur physische sondern vor allem auch psychische Präventionsleistungen beinhalten. Leider bisher Fehlanzeige.

Es gibt nur eine Ausnahme! Im Rahmen eines Pilotprojekts bietet die ARAG eine psychische Präventionsleistung kostenlos als Add-on zu ihrem ohnehin sehr guten Vorsorgetarif an – ein USP vom Feinsten. Diese Präventionsleistung ist die sog. PGA – Persönliche Gesundheitsanalyse für arbeitsbedingten Stress. Sie liefert anonym und individuell für jeden Mitarbeiter nach Beantwortung von 26 Online-Fragen (Dauer ca. 6 Minuten) eine Auswertung positiver und negativer Ergebnisse inklusive den entsprechenden Maßnahmenvorschlägen. Die PGA kann jeder Mitarbeiter bis zu viermal im Jahr nutzen und damit Veränderungen feststellen. Auch das liegt im ureigensten Interesse des AGs. Ihm ist am meisten damit gedient, wenn sich die Mitarbeiter selbst um Ihre psychische Gesundheit Gedanken machen und etwas dafür tun.

Resümee

Die bKV finanziert einen wichtigen Teil des BGM. Sie ist für jeden Arbeitgeber, dem die Gesundheit seiner Mitarbeiter am Herzen liegt, ein wichtiger Bestandteil des BGM. Seine Mitarbeiter werden es ihm danken.

Besondere Bedeutung hat die Prävention psychischer Erkrankungen, zumal sie mittlerweile die Hauptursache für Fehlzeiten der Mitarbeiter sind. Leider gibt es bisher nur einen Vorsorgetarif in der bKV, der sich diesem Problem annimmt.

Der Autor

Armin Salamon

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